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In aller Kürze:

Zertifizierungsstelle (ISO/IEC 17024) mit strukturierter Kompetenzprüfung und Überwachung, die die fachliche Eignung von Immobilienbewertungssachverständigen belegt.


Definition

EIPOSCERT ist eine unabhängige Zertifizierungsstelle, die Sachverständige in der Immobilienbewertung nach anerkannten, transparenten Qualitätsmaßstäben prüft und zertifiziert. Sie ist als Personenzertifizierer nach DIN EN ISO/IEC 17024 akkreditiert. Diese Norm legt europaweit gültige Anforderungen an die Kompetenz, Unparteilichkeit und die fortlaufende Überwachung von Personen-Zertifizierungen fest. Für Sie als Auftraggeberin oder Auftraggeber bedeutet das: Wenn ein Gutachten von einer oder einem EIPOSCERT-zertifizierten Sachverständigen stammt, wurden Qualifikation, Fachwissen und praktische Befähigung durch ein formal geregeltes, extern kontrolliertes Verfahren nachweislich überprüft.

Der Schwerpunkt im Bereich Immobilienbewertung liegt auf der verlässlichen Ermittlung von Marktwert bzw. Verkehrswert gemäß § 194 BauGB. Hierzu müssen Sachverständige die geeigneten Bewertungsverfahren sicher beherrschen, also das Vergleichswertverfahren, das Sachwertverfahren und das Ertragswertverfahren. Sie müssen den Bodenwert korrekt ableiten, den Liegenschaftszinssatz sachgerecht bestimmen, Abschreibungen und Nutzungsdauern plausibel ansetzen und Markt- sowie Objektrisiken nachvollziehbar würdigen. EIPOSCERT stellt über die Zertifizierung sicher, dass diese fachlichen Anforderungen nicht nur theoretisch verstanden, sondern in belastbaren Verkehrswertgutachten praktisch umgesetzt werden.

Die Zertifizierung durch EIPOSCERT umfasst in der Regel mehrere Elemente: eine formale Prüfung der persönlichen und fachlichen Zugangsvoraussetzungen, schriftliche und häufig auch mündliche Prüfungen sowie die Beurteilung von Arbeitsproben, also bereits erstellten Gutachten. Bewertet werden unter anderem die methodische Auswahl und Anwendung der Verfahren, die Datenbasis, die Nachvollziehbarkeit der Annahmen, die Plausibilisierung der Ergebnisse und die klare, adressatengerechte Darstellung. Damit unterscheidet sich die Zertifizierung von reinen Schulungs- oder Teilnahmebescheinigungen: Es geht um den objektiven Nachweis der beruflichen Kompetenz, nicht um den Besuch eines Kurses.

Wesentlich für die Qualitätssicherung ist die laufende Überwachung. Zertifikate nach DIN EN ISO/IEC 17024 sind zeitlich befristet und an regelmäßige Nachweise geknüpft. Zertifizierte Sachverständige müssen fortlaufende Berufspraxis und fachliche Weiterbildung dokumentieren. Zudem findet in festgelegten Intervallen eine Rezertifizierung statt, in der die aktuelle Kompetenz erneut überprüft wird. Dieses System stellt sicher, dass das Fachwissen mit der Marktentwicklung, der Rechtsprechung und den einschlägigen Normen Schritt hält, etwa bei Änderungen der Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV), den Wertermittlungsrichtlinien oder bei der Ableitung von Marktdaten wie Liegenschaftszinssätzen.

Für die Praxis hat EIPOSCERT eine doppelte Bedeutung. Erstens schafft die Zertifizierung Transparenz und Vertrauen. Banken, Versicherungen, öffentliche Auftraggeber und Gerichte verlangen zunehmend nachvollziehbare Qualifikationsnachweise. Ein EIPOSCERT-Zertifikat signalisiert, dass die oder der Sachverständige ein geprüftes Qualitätsniveau erfüllt und unabhängig kontrolliert wird. Zweitens erhöht das Zertifikat die Verlässlichkeit der Gutachten selbst. Ein Verkehrswertgutachten dient häufig als Entscheidungsgrundlage für Kreditvergaben, Kaufpreisfindungen, steuerliche Bewertungen oder bilanzielle Zwecke. Wenn die Bewertungsmethodik konsistent ist, Daten sauber hergeleitet werden und Annahmen plausibel begründet sind, sinkt das Risiko von Fehlentscheidungen.

EIPOSCERT agiert zudem organisatorisch getrennt von Ausbildungsanbietern. Diese Trennung zwischen Qualifizierung und Zertifizierung ist ein Kernelement der ISO/IEC 17024 und dient der Unparteilichkeit. Sie profitieren davon, dass nicht der Lehrgang, sondern die tatsächlich geprüfte Kompetenz im Mittelpunkt steht. Die Zertifizierung prüft, ob die oder der Sachverständige die Marktmechanismen versteht, die ImmoWertV korrekt anwendet, die geeignete Bewertungsmethode auswählt und die Ergebnisse nachvollziehbar dokumentiert. Das umfasst auch den fachgerechten Umgang mit Besonderheiten, etwa bei Erbbaurechten, Nießbrauch, wohnungswirtschaftlichen Bindungen, gewerblichen Mietverträgen oder bei der Ableitung objektspezifischer Risiken im Ertragswert.

Zusammengefasst stärkt EIPOSCERT die Qualitätssicherung in der Immobilienbewertung auf drei Ebenen: durch eine normkonforme, unabhängige Kompetenzprüfung, durch die fortlaufende Überwachung inklusive Fortbildungspflichten und durch die Rezertifizierung in festen Zyklen. Für Sie als Auftraggeberin oder Auftraggeber liefert das ein belastbares Qualitätsmerkmal. Für Sachverständige ist es ein strukturierter Nachweis der eigenen Fachkunde. Und für den Markt insgesamt bedeutet es mehr Vergleichbarkeit und Verlässlichkeit bei Verkehrswertgutachten – eine zentrale Voraussetzung für fundierte Entscheidungen rund um Immobilien.

Unterstützung bei Recherche und Formulierung durch Neuroflash.


Kontakt zum Autor: Thomas Braun | Tel. 0151 4012 9681 | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

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