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In aller Kürze:

Eine von zwei aneinandergebauten, eigenständigen Haushälften (Zweispänner) auf getrennten Grundstücken; reine Wohnnutzung.


Definition

Eine Doppelhaushälfte stellt im Kontext der Immobilienbewertung ein eigenständiges Bewertungsobjekt dar, dessen Besonderheiten im Rahmen eines Verkehrswertgutachtens präzise zu berücksichtigen sind. Grundsätzlich handelt es sich bei einer Doppelhaushälfte um ein Wohngebäude, das baulich mit einer weiteren Haushälfte verbunden ist. Beide Einheiten bilden zusammen ein Doppelhaus, verfügen jedoch über separate Eingänge, eigene Grundstücke, eigene Hausanschlüsse und sind rechtlich voneinander getrennt. Diese eigenständige rechtliche und wirtschaftliche Existenz ist entscheidend für die Bewertung.

Die Bewertung einer Doppelhaushälfte beginnt mit der detaillierten Analyse der Lagequalität. Hierbei spielen Faktoren wie die Infrastruktur des Standorts, die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel, Einkaufsmöglichkeiten, Bildungseinrichtungen und Freizeitmöglichkeiten eine zentrale Rolle. Auch die Mikro-Lage, also die unmittelbare Umgebung der Doppelhaushälfte, beeinflusst den Wert maßgeblich. So können beispielsweise die Ausrichtung des Gartens, die Lärmemissionen der Umgebung oder die Bebauung der Nachbargrundstücke wertrelevant sein.

Ein wesentlicher Aspekt bei der Immobilienbewertung von Doppelhaushälften ist die Nutzungsart. In der Regel dient eine Doppelhaushälfte als Einfamilienhaus und wird demnach zu Wohnzwecken genutzt. Diese Nutzungsart prägt die Anforderungen an die Bausubstanz, die Ausstattung und die Größe der Immobilie. Eventuelle gewerbliche Nutzungen, auch in Teilbereichen, müssten gesondert analysiert und in ihrer Wertrelevanz beurteilt werden.

Die Substanz der Doppelhaushälfte wird im Rahmen des Verkehrswertgutachtens umfassend geprüft. Dazu gehören die Bauweise, die verwendeten Materialien sowie der Bau- und Unterhaltungszustand. Dies beinhaltet die Begutachtung von Fundament, Mauerwerk, Dachkonstruktion, Fenstern und Türen, aber auch der technischen Installationen wie Heizung, Sanitär und Elektrik. Mängel oder Modernisierungsbedarfe werden detailliert erfasst und wertmindernd berücksichtigt. Positiv wirken sich hingegen durchgeführte Sanierungen und Modernisierungen aus, die den Wohnkomfort oder die Energieeffizienz der Immobilie steigern.

Eine Doppelhaushälfte weist konstruktionsbedingt eine Verbindung zur benachbarten Haushälfte auf. Dies kann sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf den Verkehrswert haben. Einerseits kann die gemeinsame Giebelwand energetische Vorteile bieten, andererseits können potenzielle Immissionen durch den Nachbarn, beispielsweise Lärm, den Wohnwert beeinträchtigen. Solche Aspekte erfordern eine spezifische Betrachtung im Gutachten, um den tatsächlichen Wert objektiv zu ermitteln.

Auch die Grundstückssituation ist von großer Bedeutung. Obwohl jede Doppelhaushälfte ein eigenes, rechtlich abgegrenztes Grundstück besitzt, können bestimmte Regelungen im Bebauungsplan oder Eintragungen im Grundbuch, wie etwa Wegerechte oder Baulasten, den Wert beeinflussen. Die Größe, Form und Nutzbarkeit des Grundstücks, einschließlich Gartenflächen und Zufahrten, sind ebenfalls detailliert zu analysieren. Darüber hinaus sind öffentlich-rechtliche Vorgaben wie der Bebauungsplan, der die zulässige Bebauung und Nutzung regelt, unerlässlich für die Bewertung. Diese Vorschriften legen fest, welche Art von Gebäuden errichtet werden dürfen, wie hoch sie sein dürfen und welchen Anteil des Grundstücks sie maximal bebauen dürfen.

Die Ermittlung des Verkehrswertes einer Doppelhaushälfte erfolgt in der Regel mittels des Sachwertverfahrens, des Ertragswertverfahrens oder des Vergleichswertverfahrens, wobei oft das Vergleichswertverfahren als primäres Verfahren herangezogen wird, sofern ausreichend vergleichbare Kaufpreise vorliegen. Das Sachwertverfahren berücksichtigt die Kosten der Wiederherstellung der Gebäude und Außenanlagen unter Abzug einer Alterswertminderung, während das Ertragswertverfahren die zukünftig erzielbaren Mieteinnahmen kapitalisiert. Die Wahl des geeigneten Verfahrens und die fundierte Herleitung der relevanten Parameter sind essenzieller Bestandteil einer sachgemäßen Immobilienbewertung.

Zusammenfassend erfordert die Immobilienbewertung einer Doppelhaushälfte eine umfassende und differenzierte Analyse verschiedener Faktoren, die über die reine Gebäudebetrachtung hinausgehen. Die Betrachtung der Nutzungsart, des Bau- und Unterhaltungszustands, der Lage, der Grundstückssituation sowie der Besonderheiten der baulichen Verbindung mit der Nachbarhälfte sind entscheidend, um den Verkehrswert fundiert und nachvollziehbar zu ermitteln. Dies gewährleistet ein professionelles und seriöses Verkehrswertgutachten, das auch den Anforderungen von Gerichten und Finanzämtern gerecht wird.

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Kontakt zum Autor: Thomas Braun | Tel. 0151 4012 9681 | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

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