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In aller Kürze:

Nach Mietertragsanteilen gewichtete durchschnittliche verbleibende Laufzeit der Mietverträge bis zum vertraglichen Enddatum (häufig „to expiry“; ähnlich WAULT, jedoch ohne expliziten Bezug zu Kündigungsrechten).


Definition

Der Weighted Average Lease Term (WALT) stellt im Kontext der Immobilienbewertung und bei der Erstellung von Verkehrswertgutachten eine bedeutende finanzwirtschaftliche Kennzahl dar. Sie wird verwendet, um die durchschnittliche Restlaufzeit aller Mietverträge einer Immobilie oder eines Immobilienportfolios zu gewichten und somit ein klares Bild über die Stabilität der zukünftigen Mieteinnahmen zu vermitteln. Die Kennzahl ist insbesondere relevant für Investoren, Finanzinstitute und Gutachter, da sie Aufschluss über das Risiko und die Planbarkeit von Cashflows gibt, die aus der Vermietung von Immobilien resultieren.

Die Berechnung des WALT erfolgt durch die Berücksichtigung zweier Hauptkomponenten: der Restlaufzeit jedes einzelnen Mietvertrags und des jeweiligen Mietertrags oder der vermieteten Fläche, die dieser Vertrag generiert oder beansprucht. Genauer gesagt, wird die Restlaufzeit jedes Mietvertrags mit dem Anteil gewichtet, den dieser Mietvertrag am gesamten Mietvolumen oder an der gesamten vermietbaren Fläche der Immobilie hat. Dies gewährleistet, dass größere oder umsatzstärkere Mietverträge einen entsprechend höheren Einfluss auf den durchschnittlichen Wert haben, was die tatsächliche wirtschaftliche Bedeutung der einzelnen Verträge widerspiegelt. Ein Mietvertrag mit einem hohen monatlichen Mietzins oder einer großen Mietfläche wird somit stärker in die Berechnung einbezogen als ein Vertrag mit geringerem Ertrag oder kleinerer Fläche, selbst wenn die Restlaufzeiten identisch sind. Die resultierende Zahl wird in Jahren oder Monaten ausgedrückt und gibt die gewichtete durchschnittliche Zeitspanne an, bis ein wesentlicher Teil der Mietverträge zur Verlängerung oder Neuverhandlung ansteht.

Ein hoher WALT-Wert indiziert eine lange durchschnittliche Restlaufzeit der Mietverträge und somit eine hohe Stabilität und Planbarkeit der Mieteinnahmen. Dies ist besonders vorteilhaft für Immobilienbesitzer und Investoren, da es ein geringeres Risiko von Leerstand und Mietverlusten in naher Zukunft bedeutet. Eine lange Bindung der Mieter signalisiert zudem eine geringere Fluktuation und potenziell geringere Kosten für Neuvermietungen. Solche Immobilien mit einem hohen WALT werden am Markt tendenziell höher bewertet, da sie einen stabilen und prognostizierbaren Ertragsstrom gewährleisten. Für Banken und andere Kreditgeber stellt ein hoher WALT einen wichtigen Faktor bei der Kreditwürdigkeitsprüfung dar, da er die Sicherheit der für die Kreditrückzahlung notwendigen Einkünfte untermauert.

Im Gegensatz dazu deutet ein niedriger WALT auf eine kürzere durchschnittliche Restlaufzeit der Mietverträge hin. Dies kann ein erhöhtes Risiko für den Eigentümer bedeuten, da in absehbarer Zeit eine größere Anzahl von Mietverträgen ausläuft. Die Notwendigkeit, Verträge neu zu verhandeln oder neue Mieter zu finden, kann zu Leerstand, Mietminderungen und somit zu Ertragseinbußen führen. Ein niedriger WALT erfordert eine proaktivere Strategie im Asset Management, um potenzielle Risiken durch auslaufende Verträge zu minimieren. Hierzu gehören frühzeitige Verhandlungen mit Bestandsmietern, die Suche nach neuen Mietern und die Anpassung der Mietkonditionen an die aktuelle Marktsituation. Immobilien mit einem niedrigen WALT können von Investoren als risikoreicher eingestuft werden und weisen unter Umständen eine geringere Bewertung auf, es sei denn, spezifische Marktchancen oder Entwicklungspotenziale rechtfertigen dies.

Der WALT ist somit nicht nur ein Indikator für die Ertragsstabilität, sondern auch ein Management-Tool, das Immobilienbesitzern und -verwaltern hilft, den Zeitpunkt von Mietvertragsverlängerungen und potenziellem Leerstand besser zu planen. Er ist ein zentrales Element bei der Analyse des Risikoprofils einer Immobilie und fließt maßgeblich in die Erstellung von Verkehrswertgutachten ein. Die Transparenz und Nachvollziehbarkeit des WALT ermöglichen es allen Beteiligten, die finanzielle Robustheit einer Immobilie objektiver zu beurteilen und fundierte Investitionsentscheidungen zu treffen. Die Kennzahl trägt maßgeblich zur professionellen und seriösen Bewertung von Immobilien bei, indem sie eine präzise und lösungsorientierte Perspektive auf zukünftige Einkommensströme bietet, die sowohl für Gerichte als auch für Finanzämter von Relevanz ist.

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Kontakt zum Autor: Thomas Braun | Tel. 0151 4012 9681 | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

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