Jahresrohmiete (vor Leerstand, Incentives und nicht umlagefähigen Kosten) geteilt durch den Kaufpreis ohne Erwerbsnebenkosten.
Lesen Sie die vollständige und ausführliche Antwort.Zahlungsüberschuss einer Periode, definiert als Einzahlungen minus Auszahlungen. In der Immobilie typischerweise Mieterträge minus Bewirtschaftungs-, Instandhaltungs- und ggf. Finanzierungsausgaben (Definition je nach Modellierung vor oder nach Finanzierung).
Lesen Sie die vollständige und ausführliche Antwort.Verhältnis aus CFADS (Cash Flow Available for Debt Service) zu Schuldendienst (Zins plus Tilgung). Werte > 1,0 signalisieren ausreichende Schuldendeckung.
Lesen Sie die vollständige und ausführliche Antwort.NOI (Net Operating Income) dividiert durch den ausstehenden Darlehensbetrag; kennzeichnet die Kreditrisikopufferung unabhängig von Zinssatz und Tilgung.
Lesen Sie die vollständige und ausführliche Antwort.Der Diskontierungszinssatz, bei dem der Kapitalwert der Zahlungsreihe Null ist. Er entspricht der annualisierten Rendite basierend auf Zeitpunkt und Höhe der Cashflows (hebel- oder ungehebelt).
Lesen Sie die vollständige und ausführliche Antwort.Summe aller abgezinsten zukünftigen Cashflows einschließlich eines möglichen Verkaufserlöses abzüglich der Anfangsinvestition. Ein positiver Kapitalwert zeigt Wertschaffung gegenüber dem geforderten Kalkulationszins.
Lesen Sie die vollständige und ausführliche Antwort.Verhältnis des Darlehensbetrags zum Marktwert/Verkehrswert oder Kaufpreis (bankseitig oft der niedrigere Wert). Ausdruck in Prozent.
Lesen Sie die vollständige und ausführliche Antwort.NOl Jahr 1 (nach nicht umlagefähigen Bewirtschaftungskosten) geteilt durch den Bruttokaufpreis (Kaufpreis inklusive Erwerbsnebenkosten).
Lesen Sie die vollständige und ausführliche Antwort.Nach Mietertragsanteilen gewichtete durchschnittliche verbleibende Laufzeit der Mietverträge bis zum vertraglichen Enddatum (häufig „to expiry“; ähnlich WAULT, jedoch ohne expliziten Bezug zu Kündigungsrechten).
Lesen Sie die vollständige und ausführliche Antwort.Nach Mietertragsanteilen gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit aller Mietverträge bis zum nächsten vertraglichen Kündigungs- oder Endtermin (je nach Definition „to break“ oder „to expiry“).
Lesen Sie die vollständige und ausführliche Antwort.Finanzwirtschaftliche Kennzahlen sind das Fundament, auf dem eine belastbare Immobilienbewertung und ein nachvollziehbares Verkehrswertgutachten aufbauen. Sie übersetzen Marktdaten, Erträge und Risiken in klare, vergleichbare Größen. So schaffen sie Transparenz – sowohl für private Eigentümerinnen und Eigentümer als auch für professionelle Marktteilnehmende. Ziel ist es, den Verkehrswert, also den nach § 194 BauGB definierten Marktwert, zu ermitteln. Dabei kommt es nicht nur auf Zahlen an, sondern auf deren richtige Einordnung im Kontext von Lage, Objektqualität und Marktumfeld. Im Folgenden erhalten Sie eine kompakte, verständliche Einführung in die wichtigsten Kennzahlen, wie sie in der Immobilienbewertung und insbesondere im Rahmen von Verkehrswertgutachten eingesetzt werden.
Eine zentrale Rolle spielt das Ertragswertverfahren, das den Wert einer Immobilie aus ihren künftig zu erwartenden Überschüssen ableitet. Ausgangspunkt sind die nachhaltig erzielbaren Mieten, die um marktübliche Bewirtschaftungskosten bereinigt werden. Aus der Differenz ergibt sich der jährliche Reinertrag. Dieser Reinertrag wird mit einem marktüblichen Kapitalisierungszinssatz, dem sogenannten Liegenschaftszinssatz, auf den Bewertungsstichtag abgezinst. Der Liegenschaftszinssatz spiegelt die am Markt beobachtete Renditeerwartung für Immobilien vergleichbarer Art und Lage wider; er wird regelmäßig von den regionalen Gutachterausschüssen auf Basis der Kaufpreissammlung abgeleitet. Ein niedriger Liegenschaftszinssatz impliziert höhere Werte, da künftige Erträge stärker gewichtet werden, ein höherer Satz führt entsprechend zu niedrigeren Werten. Im Gutachten ist es entscheidend, den Liegenschaftszinssatz sachgerecht zu begründen, da er maßgeblich die Bewertung steuert.
Ergänzend dazu werden Renditekennzahlen eingesetzt, die eine schnelle Einschätzung der Wirtschaftlichkeit ermöglichen. Die Bruttomietrendite setzt die Jahreskaltmiete ins Verhältnis zum Kaufpreis, berücksichtigt jedoch weder Bewirtschaftungskosten noch Leerstand. Aussagekräftiger ist die Nettomietrendite, die auf den Jahresreinertrag abstellt. Sie zeigt, welchen laufenden Ertrag das Objekt bezogen auf den investierten Kaufpreis erwirtschaftet. Beide Kennzahlen eignen sich für einen ersten Vergleich, ersetzen aber nicht die detaillierte Analyse, da sie stark von Annahmen zur Miet- und Kostenstabilität abhängen. Für die fundierte Bewertung werden daher zusätzlich objekt- und marktbezogene Parameter herangezogen, die die Nachhaltigkeit der Erträge untermauern.
In vielen Märkten wird der Mietmultiplikator verwendet, der den Kaufpreis ins Verhältnis zur Jahresnettokaltmiete setzt. Er ist die Kehrseite einer Renditekennzahl und dient häufig der Plausibilisierung, insbesondere im Vergleichswertverfahren, das Preise ähnlicher Objekte heranzieht. Der Multiplikator ist leicht verständlich, kann aber ohne Kontext in die Irre führen. Ein hoher Multiplikator kann beispielsweise durch außergewöhnlich stabile Lagen mit geringer Risikoerwartung gerechtfertigt sein, während in unsicheren Märkten niedrigere Multiplikatoren üblich sind. Deshalb ist die Verknüpfung mit dem Liegenschaftszinssatz, den beobachteten Kaufpreisen und den lokalen Mietniveaus essenziell.
Ein zentrales Qualitätsmerkmal der Ertragskraft ist die Bewirtschaftungskostenquote. Sie zeigt, welcher Anteil der Mieterträge für Verwaltung, Instandhaltung, Betriebskosten zu Lasten der Eigentümerschaft, Mietausfallwagnis und sonstige Kosten anfällt. Je nach Objekttyp, Baualter und Zustand kann diese Quote stark variieren. In Verkehrswertgutachten wird sie nicht pauschal angesetzt, sondern anhand belastbarer Quellen wie Mietspiegeln, Marktreports, technischen Zustandsberichten und Erfahrungswerten abgeleitet. Ergänzend fließt die Leerstandsquote ein, die das Risiko nicht vermietbarer Flächen abbildet. Eine realistische Einschätzung des Leerstands ist besonders bei gewerblichen Objekten mit standort- und nutzungsspezifischer Nachfrage ausschlaggebend.
Neben den Erträgen beeinflusst der Bodenwert den Verkehrswert signifikant. Der Bodenwert ist der Wert des unbebauten Grundstücks und wird in der Regel über Bodenrichtwerte und geeignete Anpassungen ermittelt. Im Sachwertverfahren, das sich am Herstellungsaufwand orientiert, werden die regulären Herstellungskosten der baulichen Anlagen angesetzt und um die Abschreibung auf die Restnutzungsdauer bereinigt. Die Abschreibung spiegelt die Alterswertminderung wider, die aus Abnutzung, technischem Fortschritt und wirtschaftlichem Wandel resultiert. Für Wohnimmobilien sind standardisierte Restnutzungsdauern üblich, die durch Modernisierungen verlängert oder durch Instandhaltungsstau verkürzt werden können. Das Sachwertverfahren dient häufig der Plausibilisierung, kann aber für eigengenutzte Immobilien mit geringem Ertragsbezug maßgeblich sein.
Im Rahmen der Plausibilisierung des Verkehrswerts ist die Einbeziehung marktvalidierter Vergleichswerte sinnvoll. Das Vergleichswertverfahren greift auf realisierte Kaufpreise ähnlicher Objekte zurück, die nach Lage, Größe, Zustand und Ausstattung angepasst werden. Die Datenbasis bilden in Deutschland in erster Linie die Kaufpreissammlungen der Gutachterausschüsse. Diese amtlichen Daten gewährleisten Transparenz und Nachvollziehbarkeit. So lässt sich beispielsweise prüfen, ob ein aus Erträgen abgeleiteter Wert im Rahmen der aktuell beobachteten Preisbandbreiten liegt. Eine Übereinstimmung verschiedener Verfahren stärkt die Aussagekraft des Gutachtens, Abweichungen müssen sachlich begründet werden.
Bei finanzierungsbezogenen Bewertungen gewinnen zusätzliche Kennzahlen an Bedeutung. Die Loan-to-Value-Quote beschreibt das Verhältnis der Darlehenssumme zum Verkehrswert und ist damit ein Indikator für den Beleihungsspielraum. Der Debt Service Coverage Ratio, kurz DSCR, setzt den Jahresreinertrag in Beziehung zum jährlichen Kapitaldienst aus Zinsen und Tilgung. Ein DSCR über 1,0 zeigt, dass die Immobilie ihren Kapitaldienst aus eigener Kraft deckt, höhere Werte deuten auf Stabilitätspuffer hin. Für Bestandsportfolios ist zudem die Zinsbindungsstruktur relevant, da sie das Zinsänderungsrisiko beeinflusst. Solche Kennzahlen fließen nicht unmittelbar in die Verkehrswertermittlung nach BauGB ein, erhöhen aber die finanzwirtschaftliche Einordnung und damit die Entscheidungsqualität.
Ein weiterer Baustein ist die Betrachtung der Nutzungsdauer und der Restnutzungsdauer. Sie ist maßgeblich, um Erträge und Instandhaltungsbedarfe über den Zeithorizont realistisch zu modellieren. Technische Due-Diligence-Berichte liefern hierfür die Basis, indem sie den baulichen Zustand, den Modernisierungsgrad und mögliche Investitionsstaus erfassen. Daraus resultierende Capex-Planungen sind für die Ertragsprognose ebenso wichtig wie rechtliche und mietvertragliche Rahmenbedingungen, etwa indexierte Mieten, Staffelmietvereinbarungen oder Baukostenzuschüsse. Baukostenzuschüsse sind Zahlungen, die im gewerblichen Bereich die Erstinvestitionen des Mieters oder der Vermieterseite beeinflussen und bilanziell wie ertragsseitig korrekt zu berücksichtigen sind.
Die Qualität eines Verkehrswertgutachtens bemisst sich daran, ob die verwendeten Kennzahlen fachlich korrekt hergeleitet, mit verlässlichen Quellen belegt und im lokalen Marktumfeld verankert sind. Datenquellen wie Mietspiegel, Richtwert- und Marktreports, Veröffentlichungen der Gutachterausschüsse sowie empirisch belegte Liegenschaftszinssätze bilden den Rahmen, innerhalb dessen die Bewertung erfolgt. Ebenso wichtig ist die klare Dokumentation der Annahmen. Für Sie als Auftraggeberin oder Auftraggeber bedeutet dies: Jede Zahl im Gutachten hat eine nachvollziehbare Herkunft und eine konkrete Funktion innerhalb des Bewertungsmodells.
Am Ende leisten finanzwirtschaftliche Kennzahlen zweierlei. Sie verdichten komplexe Marktinformationen zu handhabbaren Größen, die Vergleiche ermöglichen und Entscheidungen stützen. Und sie strukturieren den Bewertungsprozess so, dass sowohl Chancen als auch Risiken transparent werden. In Verbindung mit den normierten Bewertungsverfahren – Ertragswertverfahren, Sachwertverfahren und Vergleichswertverfahren – entsteht ein konsistentes Bild, das den Verkehrswert sachgerecht abbildet. Wenn Kennzahlen methodisch sauber abgeleitet, realistisch kalibriert und plausibilisiert werden, schaffen sie die Grundlage für belastbare Ergebnisse – sei es für den Verkauf, die Finanzierung, die Bilanzierung oder strategische Portfolioentscheidungen. Genau hier setzt eine professionelle Immobilienbewertung an: präzise, faktenbasiert und verständlich aufbereitet.
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